Welche Katzenrassen gibt es?

Im Gegensatz zu der großen Anzahl der Hunderassen gibt es nur etwa 40 Katzenrassen. Als Rassekatzen bezeichnet man solche Tiere, die von einem Züchter unter Beachtung vorgeschriebener Rassemerkmale gezüchtet werden. Die Rassekatze hat einen Stammbaum, aus dem ihre Abstammung verfolgt werden kann. Die Ahnenlinie kann in der Regel vier bis fünf Generationen zurückverfolgt werden. Die Unterschiede der einzelnen Rassen zeichnen sich in unterschiedlicher Fellfärbung und Felllänge aber auch in verschiedenen Kopfformen ab.

Bereits im 19. Jahrhundert begannen die Rassekatzen ihren Siegeszug in Europa. Im Jahr 1971 fand zum ersten Mal eine Katzenausstellung in London statt und im Jahr 1987 wurden Rassekatzen auch auf einer Ausstellung in München vorgeführt. Während es damals noch als Privileg der Oberschicht galt, eine Rassekatze zu halten, haben sich die Vierbeiner edler Abstammung heute in allen Bevölkerungsschichten verbreitet.

Neben Kurzhaarrassen, zu denen auch die normale Hauskatze gehört, wird zwischen Langhaarrassen und Mittellanghaarrassen unterschieden. Die Katzenrassen unterscheiden sich auch in ihren Wesenszügen und es ist daher eine gute Idee, sich einmal mit den beliebtesten Rassen vertraut zu machen, wenn man vorhat, ein Kätzchen zu erwerben.

Katzenrassen: Elegant und anhänglich – die Siamkatze

Katzenrassen
Zu den beliebtesten und bekanntesten Katzenrassen gehört die Siamkatze. Siamkatzen sind immer zweifarbig, wobei ein Körper in silber oder creme mit dunkleren Zeichnungen an Kopf, Pfoten und Schwanz kontrastiert. Das Fell der Siamkatze ist kurz und die Tiere sind schlank und hochbeinig. Besonders fallen bei der Rasse die ausdrucksstarken blauen Augen auf.

Diese Katzenrasse zeichnet sich durch besondere Anhänglichkeit aus und sucht immer wieder Körperkontakt zu ihrem Menschen oder auch zu Artgenossen. Wer den ganzen Tag außer Haus ist, sollte sich daher nicht für eine Siamkatze entscheiden. Sind die Tiere regelmäßig über lange Stunden hinaus alleine, so werden sie traurig und verlieren ihre Lebenslust. Siamkatzen kommunizieren auch gerne und erweisen sich als intelligente Hausgenossen. Mit verschiedenen Spielen kann man ihre Intelligenz ausgezeichnet fördern.

Perserkatzen – Pol der Ruhe und Ausgeglichenheit

Die Perserkatzen sind eine alte Katzenrasse, die etwa im 17. Jahrhundert aus Persien nach Europa kam. Typisch für die Perserkatze sind ein gedrungener, massiger Körperbau und verhältnismäßig kurze Beine. Ein weiteres charakteristisches Merkmal dieser Katzenrasse ist der runde Kopf mit der Stupsnase. Heute geht man jedoch vermehrt dazu über, Perserkatzen mit längeren Nasen zu züchten. Das lange, seidig-weiche Fell der Perserkatze erfordert einige Pflege. Die Katzen sollten einmal am Tag gekämmt werden, damit das Fell nicht verfilzt, sondern locker und leicht bleibt.

Die Perserkatze ist für ihr ruhiges, liebenswürdiges Wesen bekannt. Sie macht sich nichts aus Auslauf und Spaziergängen und verbringt ihre Tage gerne in der Wohnung, wo sie sich einen gemütlichen Aussichtspunkt sucht. Die Perserkatze liebt ihren Menschen und braucht ihre Streicheleinheiten. Hin und wieder jedoch möchte sie auch ungestört sein und weiß das auch deutlich auszudrücken.

Bengal – die Katzenrasse aus Amerika

Die Bengalkatze ist in vieler Hinsicht das genaue Gegenteil der Perserkatze und daher auch für einen andern Halter geeignet. Sie ist sportlich und aktiv und lieben außerdem Wasser. Sie baden und duschen gern und suchen auch im Freien gerne Wasserkörper auf. Nur ungern sind sie im Haus eingesperrt und können am besten als Freigänger gehalten werden. Die Bengalkatze ist verspielt und liebt es, zu klettern. Außerdem tut sie durch lautstarkes Miauen gerne mit, was sie möchte. Manchmal scheint sie sich mit diesem Mitteilungsbedürfnis geradezu an Unterhaltungen zu beteiligen. In der Wohnung fühlt sie sich am wohlsten, wenn sie von einem hohen Katzenbaum oder auch einem Schrank alles überblicken kann.

Diese Katzenrasse zeichnet sich durch ein mehrfarbiges Fell in den Farben Schwarz, Braun und Grau aus, das kurz und dicht ist. Die Bengalkatzen verfügen über das exotische Aussehen der Wildkatzen und haben einen muskulösen Körper. Proportional zu ihrem großen Körper ist der Kopf klein. Zu den charakteristischen Merkmalen der Katzenrasse gehören ovale Ohren, die weit auseinanderliegen, eine breite Nase sowie volle Wangen mit hochstehenden Wangenknochen.

Eine edle Katzenrasse – die Abessinier

Abessinier sind wahrscheinlich die älteste Katzenrasse und können auf vielen Darstellungen aus dem alten Ägypten gefunden werden. Ursprünglich stammen sie wahrscheinlich aus den Küstenregionen um den Indischen Ozean und sind heute als britische Rassekatze eingetragen Abessinier Die Katzen werden mittelgroß und sind geschmeidig sowie muskulös. Die langen, sehnigen Beine stehen in perfekter Proportion zum Körper und in dem großen, keilförmigen Kopf sitzen mandelförmige Augen, die bernsteinfarben, gelb oder grün sein können. Das kurze, feine Fell ist ebenmäßig meliert und kann wild-farben, blau, beige oder auch silber sein.

Der Charakter dieser Katzenrasse ist aufgeschlossen und anhänglich. Sie haben ein großes Bedürfnis nach Gesellschaft und fühlen sich in der Gegenwart von anderen Katzen und Kindern wohl und kommen in der Regel selbst mit Hunden gut aus. Sie sind Spiel- und kletterfreudig und sollten einen möglichst hohen Kletterbaum zur Verfügung haben. Sie sind jedoch nicht gerne allein zu Hause und fühlen sich in einer aktiven Familie am wohlsten, in der stets eine Ansprechperson für die Katze zur Verfügung steht.

Die Kartäuser Katze – eine unkomplizierte Rasse

Kartäuser Katzen sind in der Regel sehr leicht zu halten. Sie haben ein sonniges, ja humorvolles Gemüt und können ihren Besitzer mit ihren lustigen Gebärden und Eskapaden leicht zum Lachen bringen. Ihr Tagesrhythmus gestaltet sich zwischen Schlafen, Fressen und Spielen und die Katzen können sich auch recht gut selbst beschäftigen. Darum kann man sie ruhig auch allein zu Hause lassen, wenn man berufstätig ist.

Der Kater ist deutlich größer als die Katze, doch beide Geschlechter zeichnen sich durch einen breiten Brustkorb und eine muskulöse, kräftige Körperstruktur aus. Der Kopf ist trapezförmig und der Kater zeichnet sich durch besonders volle Backen aus. Die hoch angesetzten, aufrecht stehenden Ohren verleihen der Kartäuser Katze einen aufmerksamen Ausdruck. Die Katzen zeichnen sich durch ein dichtes, kurzes Fell mit kurzen Haaren aus, das einfarbig blaugrau ist.

Jede Katze ist eine Persönlichkeit

Die Katzenrassen charakterisieren sich durch ein standar gemäßes Aussehen, das im Rassestandard festgehalten ist. Diese Standards müssen eingehalten werden, damit die Katze als reinrassig gelten kann. Es entstehen durch die Züchtung bei den Rassekatzen auch gemeinsame Wesensmerkmale, die für jede Katzenrasse typisch sind. Jedoch sollte man nie vergessen, dass jede Katze eine ganz eigene Persönlichkeit hat und im Verhalten durchaus von der Norm abweichen kann.

Interessante Details zu den verschiedenen Katzenrassen

Heute gibt es ungefähr 40 unterschiedliche Katzenrassen, die von internationalen Züchtern auf der ganzen Welt gezüchtet werden. Zu jeder dieser Rassen besteht ein sogenannter Rassestandard, in dem die wichtigsten Merkmale festgehalten sind. Alle Katzen, die den Rassennamen tragen möchten, müssen diesem Standard entsprechen. Es gibt Langhaar und Kurzhaar Rassen und viele dieser Katzen sind der normalen Hauskatze durchaus ähnlich. Darüber hinaus gibt es jedoch einige recht außergewöhnliche Rassen, die durch ihr exotisches Aussehen faszinieren.

Nacktkatzen – seltene Rassen, die Aufmerksamkeit erregen

Die Nacktkatzen haben kein Fell und sehen daher so ganz anders aus, als die die puschelig weichen Stubentiger, an die wir gewöhnt sind. Darum sehen viele Menschen den Nacktkatzen auch skeptisch gegenüber. Bei Katzenausstellungen findet man die Nacktkatzen stets von Neugierigen umrundet. Dennoch ist recht wenig über diese Katzen bekannt. Es gibt verschiedene Katzenrassen, die keine oder kaum Haare haben. Dazu gehören die Don Sphynx, die aus Russland stammt, die Kohona Katze aus Hawaii sowie die Levkoy aus der Ukaine. Schaut man einmal näher hin, so wird man feststellen, dass die meisten dieser Katzen einen ganz feinen Haarflaum aufweisen. Lediglich die Kohona ist vollkommen haarlos. Manche dieser Katzen haben auch keine Tasthaare.

Dies sollte jedoch nicht das Züchtungsziel sein, da der Tastsinn für das Gleichgewichtsgefühl einen problemlosen Bewegungsablauf der Katze von größter Wichtigkeit ist. Die Nacktkatzen Rassen sind jedoch keine neue Erfindung der Züchter. Vielmehr kommen bei allen Katzenrassen diese fellosen Mutationen von Zeit zu Zeit vor. Bereits im Jahr 1878 wurden Nacktkatzen zum ersten Mal auf einer Ausstellung in Boston vorgestellt. Die Tiere haben in der Regel eine dickere Haut, als Katzen mit Fell, die für einen gewissen thermischen Ausgleich sorgt. Vom Wesen her sind diese Katzenrassen sehr anhänglich und stark auf ihren Menschen bezogen. Sie sind genauso verspielt wie auch andere Katzenrassen und spielen ebenso gerne. Dazu gewähren sie einen großen Vorteil für Allergiker: Da sie keine Haare verlieren, kommt es beim Menschen auch nicht zu allergischen Reaktionen.

Die orientalische Kurzhaarkatze – eine intelligente Katzenrasse

Die orientalische Kurzhaarkatze wurde erstmals 1951 vorgestellt uns ist eine Katzenrasse, die auf der Siam Katze basiert, die mit der Russisch Blau gekreuzt wurde, um die neue Rasse zu bilden. Auffällig sind besonders ihr schmaler, länglich geformter Kopf und die großen Ohren. Diese Katzenrasse gilt außerdem als besonders intelligent. Sie hat einen leicht dominanten Charakter und wird daher oft als anstrengend empfunden. Sie ist anspruchsvoll und braucht zu Hause viel Beschäftigung. Ein Katzenkratzbaum und verschiedene Intelligenzspiele gehören zu der besten Ausstattung für eine solche Katze. Auch die Gesellschaft einer anderen Katze kann von Vorteil für diese außergewöhnliche Katzenrasse sein.

Manx – die schwanzlose Katzenrasse

Von der Isle of Man kommt eine weitere ungewöhnliche Katzenrasse zu uns. Die Manx hat nur einen ganz kurzen Stummelschwanz und in machen Tieren gar keinen Schwanz. Diese Charakteristik entstand einst durch eine Genmutation und heute wird das Merkmal durch die Züchtung gefördert. Der Körperbau der Manx ist kräftig und auch die kurzen Beine sind auffällig. Durch den fehlenden Schwanz ist der Gleichgewichtssinn dieser Katzenrasse wesentlich weniger stark ausgeprägt, als bei anderen Rassen. Auch sind die Manx weniger befähigt zu klettern und entwickeln auch häufig gesundheitliche Probleme. Die Züchtung der Manx ist daher heute in Deutschland verboten, in England und auch in Skandinavien wird die Katzenrasse jedoch weiterhin gezüchtet.

Welche Katzenrasse passt zu mir?

Katzenrassen zeichnen sich durch ein bestimmtes Erscheinungsbild aus. Aber jede Rasse hat auch bestimmte Wesenszüge, die sie von anderen Rassen unterscheidet. Bevor man sich dazu entscheidet, eine Rassekatze anzuschaffen, ist es durchaus eine gute Idee, sich einmal mit diesen Charaktermerkmalen zu befassen. Auf diese Weise ist es nämlich leichter möglich, eine Katze zu finden, die gut zur eigenen Lebensweise passt, so dass es zu einem angenehmen Zusammenleben zwischen Mensch und Katze kommt.

Sucht man beispielsweise eine besonders anhängliche Katze, vielleicht zur Gesellschaft für eine ältere Person, so sollte man sich einmal mit Siam Katzen, Balinesen, Birma Katzen oder Perser Katzen interessieren. Diese Rassen gelten als besonders anhänglich und schmusebedürftig. Siamkatzen lieben den ständigen Körperkontakt mit ihrem Menschen und Perser Katzen haben ein überaus ruhiges Wesen, mit dem sie sich auch an solche Personen anpassen, die sich selbst nicht mehr viel bewegen können.

Wenn man eine Katze anschafft, muss diese auch zu den Platzverhältnissen passen, die man ihr anbieten kann. So gibt es beispielsweise Rassen, die sich nur als Freigänger wohl fühlen. Dazu gehört die normale Hauskatze ebenso, wie die Norwegische Waldkatze. Diese Katzenrassen sind überaus freiheitsliebend und brauchen Auslauf im Garten. Hat man jedoch nur eine kleine Stadtwohnung ohne Auslauf zu bieten, sollte man sich für eine ruhige, stark menschenbezogene Katzenrasse wie die Bombay oder die Ragdoll Katze entscheiden. In der Stadtwohnung ist es oft auch wünschenswert, dass sich die Katze ruhig verhält. Durch häufiges, lautes Miauen könnten sich die Nachbarn belästigt fühlen. Zu den besonders leisen Katzen zählen die Devon Rex und die Sibirische Katze. Zu den lauteren Katzen gehören hingegen die Siam Katzen, die ein großes Mitteilungsbedürfnis haben und sich mit ihrem Miauen gern an Unterhaltungen beteiligen.

Für Berufstätige ist es oft schwer, eine passende Katze zu finden. Katzen sind nämlich gesellige Tiere und bleiben nicht gerne über einen längeren Zeitraum hinaus alleine. Manchmal ist es daher ratsam, zwei Katzen anzuschaffen. Es gibt jedoch auch einige Katzenrassen, die sich besser alleine beschäftigen können, als andere. Dazu gehören beispielsweise die American Shorthair oder die Russisch Blau.
Wer in einem Haushalt mit Kindern lebt, in dem es stets Bewegung gibt, sucht am besten nach einer Katzenrasse, die solche Abwechslung zu schätzen weiß. Die Ocicat und die Singapura lieben es, wenn es Haushalt hoch hergeht. Die Korat und die Nebelung Katzen hingegen lieben ihre Ruhe und mögen in Haushalten leben, in denen es nicht viel Trubel gibt.

Es gibt auch einige Katzenrassen, die sich für den Anfänger in der Katzenhaltung nicht gut eignen. Dabei handelt es sich zwar um hochintelligente Tiere, die jedoch oft ein eigenwilliges, zuweilen störrisches Temperament aufweisen können, mit dem schwer umzugehen ist. Solche Katzenrassen sind beispielsweise die German Angora und die RagaMuffin.

Welche Katzenrassen gibt es? Hier eine große Auswahl!

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